Das Zünglein an der Pfeife – Welchen Einfluss haben Schiedsrichter

Qwingo berechnet die Neutralität von Schiedsrichtern unabhängig von subjektiven Eindrücken

Auf Basis der Qwingo-Werte ist es möglich den Einfluss von Schiedsrichtern herauszufiltern. Hierbei ist es unerheblich wieviele Karten, Fouls oder Fehlentscheidungen ein Schiedsrichter produziert, sondern lediglich, ob Entscheidungen, oder auch Fehlentscheidungen in eine Richtung neigen, d.h. parteiisch sind.

Der Schiedsrichter macht in der Regel weniger als 10% aus.

Der Einfluss schwankt im Schnitt zwischen 10% und 20%. Demnach unterscheidet sich der Einfluss der meisten Schiedsrichter nur um ca. 10%. Im Idealfall liegt der Einfluss unter 10%, in Einzelfällen kann er aber auch auf über 40% ansteigen.
Um einem zweiten Fall Babak Rafati vorzubeugen, werden hier nur positive Beispiele veröffentlicht.

Babak Rafati – einer der Besten

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Babak Rafati rein statistisch gesehen ein überdurchschnittlich guter, bzw. neutraler Schiedsrichter war.

Die folgende Kurve zeigt Babak Rafatis Leistung in der 1. Bundesliga. Je niedriger der Einflusswert, desto neutraler bzw. besser die Leistung. Des Weiteren sind die Bereiche der Unteren 5% (rot), des Durchschnitts, und der Top 5% (grün) aller weiteren 1. Liga Schiedsrichter als Referenz gekennzeichnet.
Man sieht, dass Babak Rafati in den ersten fünf Jahren fast immer überdurchschnittlich gut war; häufig zählte er sogar zu den Top 5%. Selbst die vom Kicker durchgeführten Wahlen zum schlechtesten Schiedsrichter hatten keinen gravierenden Einfluss auf seine Leistung. Während die erste Wahl einen leichten Abfall zur Folge hatte, wurde er nach jeder weiteren Wahl gar besser. Erst seit Beginn der Saison 2010/11 ist ein starker Leistungsabfall zu erkennen.

Top Schiedsrichter 1. Bundesliga 14/15

Im Folgenden sind die besten Schiedsrichter der 1. Bundesliga (2014/15) dargestellt, sortiert nach Neutralität. Außerdem wird in grün die Tendenz der Schiedsrichter für, oder gegen Heimmannschaften zu pfeifen angezeigt.
Schiedsrichter Qwingo-Einfluss 1. Bundesliga 2014-2015 Diese Statistik bezieht sich alleine auf die Spiele der vorangegangen Bundesliga-Saison.

Top Schiedsrichter 2. Bundesliga 14/15

Entsprechend der Erstligaanalyse wurden auch die Zweitligaspiele der Saison 2014/15 untersucht. Die besten Schiedsrichter sind im Folgenden aufgelistet.
Schiedsrichter Qwingo-Einfluss 2. Bundesliga 2014-2015 Hier fällt auf, dass Stark, Meyer, Schmidt und Drees sowohl in der ersten als auch in der zweiten Liga eine hohe Neutralität erreichen.

Bibiana Steinhaus – nicht nur die beste Schiedsrichterin

Auffällig in der Zweitligaanalyse ist auch, dass Bibiana Steinhaus weit vorne auftaucht. Dies ist nicht nur in der Saison 2014/15 der Fall, wie der folgende Leistungsverlauf zeigt:

Während sich Bibiana Steinhaus in ihrer ersten Zweitligasaison noch leicht unterdurchschnittlich präsentierte, ist sie seit 2009 fast ausschließlich überdurchschnittlich gut, und meist unter den Top Schiedsrichtern in der 2. Bundesliga. Ihre Kurve zeigt, dass sie sich über 6 Jahre kontinuierlich verbessert und immer weiter stabilisiert. Sie gehört demnach nicht nur zu den besten Schiedsrichterinnen, sondern ist auch besser als die meisten ihrer männlichen Kollegen.

Schiedsrichterleistung leidet unter dauerhaftem Stress

Bei einer genaueren Betrachtung von Schiedsrichterleistungen fällt auf, dass sich nach bestimmten Ereignissen deren Leistung ändert. Schaut man sich etwa die Leistungskurve von Howard Webb an, so wird dies schnell offensichtlich. Obwohl zur Leistungserhebung lediglich Ligaspiele herangezogen wurden, sieht man einen deutlichen Zusammenhang zwischen "externen" Ereignisse und der Leistungsentwicklung. Die Ereignisse wurden aus öffentlichen Quellen nachträglich eingefügt.

Im Wesentlichen war Howard Webb stets ein überdurchschnittlich guter Schiedsrichter, mit Ausschlägen in den unterdurchschnittlichen bis schlechten Bereich. Während sein erster Länderspieleinsatz ihn noch besser macht, nahm er in der Zeit nach seiner ersten Champions-League-Partie, sowie nach seiner Nominierung für die EM kurzzeitig mehr Einfluss auf Spiele. Weiterhin beeinträchtigten auch der Medienrummel, und etwaige Morddrohungen nach dem Spiel Polen gegen Österreich seine Leistung negativ.
Noch auffälliger ist der Leistungsabfall nach dem WM Finale. Auch hier blieb er von Kritik nicht verschont. Webbs Kurve ist stark ausgeprägt, aber beispielhaft für viele weitere Schiedsrichterleistungskurven.

Pierluigi Collina

Selbst der oft als weltbeste Schiedsrichter aller Zeiten titulierte Collina war nicht frei von äußeren Einflüssen. Man sieht zwar, dass er über vergleichsweise lange Zeit (1993-2001) ein sehr gutes Niveau halten konnte, allerdings folgen dann zwei schlechtere Jahre. Interessanterweise markieren gerade diese Jahre eine Zeit höchster Anerkennung.

Die Spitze im Jahre 2001 ist sehr auffällig, jedoch konnte kein Bezug zu einem öffentlichen Ereignis gestellt werden. Dafür pfiff Collina nach dem WM Finale 2002 wieder deutlich besser.

Interpretationshilfe

Kann man Spielereinschätzungen über Schiedsrichter trauen? Wie objektiv sind Noten für Schiedsrichter? Kann man seiner eigenen Einschätzung trauen – oder ist diese evtl. durch die Vereinsbrille gefärbt?

Wenn Schiedsrichter bewertet werden, spielen subjektive Eindrücke eine entscheidende Rolle. Man neigt leicht dazu Sympathien oder Antipathien zu entwickeln. Man trägt häufig die sogenannte Vereinsbrille. Außerdem bleiben spektakuläre Entscheidungen eher haften und prägen das Bild einer Schiedsrichterleistung.

Das gleiche gilt allerdings auch für Schiedsrichter. Somit prägen auch sie Neigungen aus, die sich ebenso auf ihre Leistung auswirken. In dem Moment wo einem Spieler ein Ruf vorauseilt ist die Neutralität gefährdet. Dies scheint sich weiterhin unter medialem Druck zu verstärken.

Es kann somit fast nie eine Entscheidung geben die im Sinne aller Parteien richtig ist. Qwingo hingegen misst einzig den Einfluss auf das Endergebnis, unabhängig von Entscheidungen. Dieser Wert ist faktisch und unterliegt keiner Interpretation.

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